100000 neue Jobs im Mittelstand

Die deutschen Unternehmen setzen voll auf den Aufschwung. Kleine und mittlere Unternehmen wollen bis zum Ende des Jahres an die 100000 neue Arbeitsstellen schaffen. Der Verband der Unternehmen nutzte dieses Versprechen jetzt für eine Drohung in Richtung der Gewerkschaften. Diese sollen auf hohen Lohnforderungen verzichten, um die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht zu gefährden.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verspricht bis zu 100000 neue Arbeitsplätze, die von mittelständischen Unternehmen geschaffen werden sollen. Grund dafür ist die immer besser werdende Stimmung, die in der deutschen Wirtschaft herrscht. Der Präsident des DIHK, Hans Heinrich Driftmann, sagte am Freitag, dass die Zeichen im Mittelstand wieder auf Personalaufbau stünden. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem „Jobwunder“. Ein Mittelstandsreport seines Verbandes, an dem sich gut 20000 Unternehmen beteiligt hätten, hätte diese Zahlen ergeben, so Driftmann weiter. Auch das Ifo-Institut bescheinigte den Unternehmen ein gutes Geschäftsklima. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sei stark gestiegen, sagte ein Sprecher des Instituts.

Unternehmen wollen einstellen

Unter den Unternehmen, die weniger als 500 Mitarbeiter beschäftigen, wollen 86 Prozent die Belegschaft in den nächsten Monaten halten oder sogar ausbauen. Nur 14 Prozent der Unternehmen denken über den Abbau von Arbeitsplätzen nach. Kleine und mittlere Unternehmen rechnen mit steigenden Exporten und wollen deshalb investieren. Die Umfrage ergab weiter, dass eine überwiegende Mehrheit die eigene wirtschaftliche Lage als befriedigend (53 Prozent) oder gut (28 Prozent) bezeichnet. Viele Unternehmen rechnen allerdings auch noch immer mit Schwierigkeiten, wenn es um die Finanzierung neuer Aufträge geht. Der Grund hierfür ist, dass für die Kreditverhandlungen die Bilanzen des Jahres 2009, in dem die Finanzkrise voll zugeschlagen hat, hergenommen werden müssen.

Drohung in Richtung Gewerkschaften

Die Vorstellung der optimistischen Zahlen wurde vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag auch dazu genutzt, um eine Botschaft in Richtung der Gewerkschaften zu senden. Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK, sagte der „Berliner Zeitung“, dass das Versprechen der Unternehmer, mehr Jobs zu schaffen, nicht dazu verleiten dürfe, immer noch bestehende Risiken zu vergessen. Auch auf hohe Lohnforderungen sollen die Gewerkschaften nach Ansicht Dercks‘ verzichten, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Mehrere Gewerkschaften hatten kürzlich deutlich höhere Löhne gefordert. Sie verwiesen dabei auf die schnelle wirtschaftliche Erholung der Unternehmen. Dietmar Schäfer, Vizechef der IG Bau, verlangte sogar einen Nachschlag. In besseren Zeiten müssten sich die Arbeitgeber daran erinnern, dass sich die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften in schlechten Zeiten verantwortungsvoll gezeigt haben, so Schäfer.

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