Die Rentenreform bringt die Franzosen auf die Barrikaden. Vor allem Jugendliche nutzen diesen Anlass zu gewaltigtätigen Randalen in den Pariser Vororten und anderen französischen Städten. Schaufenster werden zerschmettern, Autos angezündet. Frankreichs Präsident Sarkozy schaltet sich jetzt ein und droht den jugendlichen Randalierern mit hartem Vorgehen. Der Streik gegen die Rentenreform hat indes weitere Folgen. Viele Züge fallen aus und Müllberge türmen sich entlang der Straßen.
Jugendliche gehen auf die Straße, die Gewalt eskaliert
In zahlreichen Städten Frankreichs gehen die Jugendlichen auf die Straße und randalieren. Autos werden in Brand gesteckt, Mülltonnen angezündet und Schaufenster eingeworfen. Die Polizei setzt Tränengas gegen die Menge ein. In Zentrum der französischen Hauptstadt blockierten 300 Schüler den Platz der Republik sowie die Bastille. In Paris verletzte ein explodierender Motorroller eine 15-jährige schwer. Eine Schule in Le Mans brannte vollständig aus. Ob dieses Feuer mit den Protesten in Zusammenhang steht, ist aber momentan noch unklar.
Sarkozy schaltet sich ein und droht
Bei der Regierung herrscht großes Unverständnis für das Vorgehen der Randalierer. Präsident Sarkozy kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen sie an und übte gleichzeitig heftige Kritik an der Blockade diverser Ölraffinerien. Dadurch wurde ein landesweiter Treibstoffmangel ausgelöst. Mittlerweile gibt es in einem Drittel Frankreichs Engpässen bei der Treibstoffversorgung. Etwa 1000 Tankstellen mussten zwischenzeitlich schließen. Froh sind in diesem Zusammenhang die Besitzer von Elektroautos, denn deren Fahrzeuge kommen ohne fossile Brennstoffe aus. Frankreichs Justizministerin Michel Alliot-Marie sagte, dass das Recht zu demonstrieren nicht automatisch auch bedeute, Sachen kaputt machen zu dürfen. Seit Beginn der Proteste vor einer Woche wurden nach Regierungsangaben über 1100 Personen festgenommen.
Streiks beeinträchtigen das öffentliche Leben
Die Streiks gegen die Rentenreform beeinflussen immer mehr das öffentliche Leben in Frankreich. Pendler müssen sich auf überfüllten Metro-Stationen und Bahnhöfen in Paris auf lange Wartezeiten einstellen. Grund: es fährt nur die Hälfte der planmäßigen Züge. Auch etliche Flüge wurden gestrichen. Die Rede ist von etwa 30 bis 50 Prozent. Lkw-Fahrer blockieren den Verkehr auf den Autobahnen, indem sie nur im Schneckentempo vor sich hinrollen. In Marseille streikt zudem die Müllabfuhr, weshalb sich auf Gehwegen und Straßen mittlerweile Müllberge türmen. Auch die mittelständische Wirtschaft ist von den Streiks betroffen. Viele Unternehmen befürchten, dass sie einem länger andauernden Streit finanziell nicht standhalten können. Der Industrieverband Medef warnte in diesem Zusammenhang vor schweren wirtschaftlichen Schäden.
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